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2、賢者の妻
2、賢者の妻

Ich fühlte mich unsicher, unruhig beinahe.
Wie etwas Unbegreifliches erschien es mir plötzlich, daß man
Dinge so völlig vergessen kann.
Denn nun merkte ich erst: an jene Stunde vor sieben Jahren
hatte ich seit lange so wenig gedacht, als wäre sie nie erlebt
worden.
私は自信がなく、ほとんど落ち着かなく感じた。
物事を完全に忘れられることができるように、突然何か理解できないことのよう
に私には思われた。
なぜなら、いまやっと私は気がついたからだ。
7年前のあの時のことがまるで体験されなかったかのように、私はずっと前から
ほとんど考えなかった。

»Sie werden mir aber viel erzählen müssen«,
begann sie aufs neue,
»sehr, sehr viel. Gewiß sind Sie schon lange Doktor?«
»Nicht so lange – seit einem Monat.«
»Sie haben aber noch immer Ihr Kindergesicht«,
sagte sie.
»Ihr Schnurrbart sieht aus, als wenn er aufgeklebt wäre.«
Vom Hotel her, überlaut, tönte die Glocke, die zum Essen rief.
»Adieu«,
sagte sie jetzt, als hätte sie nur darauf gewartet.
»Können wir nicht zusammen gehen?« fragte ich.
»Ich speise mit dem Buben auf meinem Zimmer, ich bin nicht
gern unter so vielen Menschen.«
»Wann sehen wir uns wieder?«
「あなたは、私に多くのことを話さなければならないでしょう。」
彼女はあらためて(言い)始めた。
「とても、とても沢山。確か、すでに長い間ドクトルですか?」
「長くはないです。ー 1ヶ月前からです。」
「あなたはしかし、あいかわらず子供っぽい顔をしている。」
と彼女は言った。
「あなたの口ひげは、まるで貼り付けてたように見える。」
ホテルのほうから、食事を呼ぶ、そうぞうしく鐘が鳴り響いた。
「さようなら。」と彼女は今言ったのは、あたかもそれを待っていたかのように。
「ご一緒に行ってもいいですか?」
と、私は尋ねた。
「私は子供と部屋で食事をします。あんな大勢の人に混じっては好きでないので。」
「今度はいつ会うますか?」

Sie wies lächelnd mit den Augen auf die kleine
Strandpromenade.
»Hier muß man einander doch immer begegnen«,
sagte sie – und als sie merkte, daß ich von ihrer Antwort
unangenehm berührt war, setzte sie hinzu:

»Besonders, wenn man Lust dazu hat. – Auf Wiedersehen.«
Sie reichte mir die Hand, und ohne sich noch einmal umzusehen,
entfernte sie sich. Der kleine Junge blickte aber noch einmal
nach mir zurück.

Ich bin den ganzen Nachmittag und den ganzen Abend auf der
Promenade hin und her gegangen, und sie ist nicht gekommen.
Am Ende ist sie schon wieder fort? Ich dürfte eigentlich nicht
darüber staunen.

Ein Tag ist vergangen, ohne daß ich sie gesehen.
Den ganzen Vormittag hat es geregnet, und außer mir war fast
niemand auf der Promenade.
Ein paar Mal bin ich an dem Haus vorbei, in dem sie wohnt,
ich weiß aber nicht, welches ihre Fenster sind. Nachmittag ließ
der Regen nach, und ich machte einen langen Spaziergang auf
der Straße längs des Meeres bis zum nächsten Orte.

Es war trüb und schwül.
Auf dem Wege habe ich an nichts anderes denken können
als an jene Zeit.
Alles habe ich deutlich wieder vor mir gesehen.
Das freundliche Haus, in dem ich gewohnt, und das Gärtchen
mit den grünlackierten Stühlen und Tischen.

Und die kleine Stadt mit ihren stillen weißen Straßen.
Und die fernen, im Nebel verschwimmenden Hügel.
Und über all dem lag ein Stück blaßblauer Himmel, der so
dazugehörte, als wenn er auf der ganzen Welt nur dort so
blaß und blau gewesen wäre.

Auch die Menschen von damals sah ich alle wieder; meine
Mitschüler, meine Lehrer, auch Friederikens Mann.
Ich sah ihn anders, als er mir in jenem letzten Augenblick
erschienen war; – ich sah ihn mit dem milden, etwas müden
Ausdruck im Gesicht, wie er nach der Schule auf der Straße
an uns Knaben freundlich grüßend vorüberzuschreiten pflegte,
und wie er bei Tische zwischen Friederike und mir, meist
schweigend, gesessen;
ich sah ihn, wie ich ihn oft von meinem Fenster aus erblickt hatte:
im Garten vor dem grünlackierten Tisch, die Arbeiten von uns
Schülern korrigierend.

Und ich erinnerte mich, wie Friederike in den Garten gekommen,
ihm den Nachmittagskaffee gebracht und dabei zu meinem
Fenster hinaufgeschaut, lächelnd, mit einem Blicke, den ich
damals nicht verstanden... bis zu jener letzten Stunde.
– Jetzt weiß ich auch, daß ich mich oft an all das erinnert habe.
Aber nicht wie an etwas Lebendiges, sondern wie an ein Bild,
das still und friedlich an einer Wand zu Hause hängt.

Wir sind heute am Strand nebeneinander gesessen und haben
miteinander gesprochen wie Fremde.
Der Bub spielte zu unseren Füßen mit Sand und Steinen.
Es war nicht, als wenn irgend etwas auf uns lastete:

wie Menschen, die einander nichts bedeuten, und die der Zufall
des Badelebens auf kurze Zeit zusammengeführt, haben wir
miteinander geplaudert; über das Wetter, über die Gegend,
über die Leute, auch über Musik und über ein paar neue Bücher.

Während ich neben ihr saß, empfand ich es nicht unangenehm;
als sie aber aufstand und fortging, war es mir mit einemmal
unerträglich. Ich hätte ihr nachrufen mögen:

Laß mir doch etwas da; aber sie hätte es nicht einmal verstanden.
Und wenn ich's überlege, was durfte ich anderes erwarten?
Daß sie mir bei unserer ersten Begegnung so freundlich
entgegengekommen, war offenbar nur in der Überraschung
begründet; vielleicht auch in dem frohen Gefühl, an einem fremden
Orte einen alten Bekannten wiederzufinden.

Nun aber hat sie Zeit gehabt, sich an alles zu erinnern wie ich;
und was sie auf immer vergessen zu haben hoffte, ist mächtig
wieder aufgetaucht.
Ich kann es ja gar nicht ermessen, was sie um meinetwillen hat
erdulden müssen, und was sie vielleicht noch heute leiden muß.

Daß sie mit ihm zusammengeblieben ist, seh' ich wohl; und daß
sie sich wieder versöhnt haben, dafür ist der vierjährige Junge
ein lebendiges Zeugnis;
– aber man kann sich versöhnen, ohne zu verzeihen, und man
kann verzeihen, ohne zu vergessen.
– – Ich sollte fort, es wäre besser für uns beide.
# by tony7142 | 2012-05-26 04:16 | ドイツ語文学 | Trackback | Comments(0)

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